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Das Mittelalter: Wir reden hier von fast 1000 Jahre der Zeitrechnung.
Was ist hier wirklich authentisch und wissenschaftlich belegt?
Waren es die Fürsten, die authentisch waren? Waren es die Bauern, die authentisch waren - oder waren es die Bettler? Von wem können wir heute noch Gebrauchsgegenstände und Bauten bewundern? Eher nur von Fürsten, Adeligen und Reichen.

Von uns „Fußvolk“ nur mehr sehr wenig. Hier wurde gerade das verwendet, was verfügbar war (heute wird das "Lokales Anbieten" genannt). Es wurde darauf geschaut, dass Gebrauchsgegenstände möglichst lange erwendet werden konnten (heute wird dies „Nachhaltigkeit“ genannt). Es wurde der Erde und dem Land nur soviel entnommen, dass alle ein Auskommen hatten (heute heißt das „Ressourcen gut nützen“). Die Fürsten aben geprasst, verschwendet, und andere arbeiten lassen. Es wird viel erzählt über Meisterschmiede - aber nur wenige gibt es. Die meisten Schmiede sind in ihrem Fach, dem Waffen- und Schwertschmieden, dem Silberschmieden, Goldschmieden, Plattnern, Schwertfegen, Grobschmieden und Hufschmieden auch meist sehr Gute - nach mehrjähriger Praxis.

Wahre Meister in ihrem Fach gibt und gab es nur wenige. Diese wurden dann auch meist von Adeligen und Fürsten beschäftigt und nicht vom Fußvolk und von Bauern. Diese wurden vom „normalen“ Schmied betreut. Lebenspraktische Dinge und Gegenstände wurden meist von sehr praktisch veranlagten und denkenden Gebrauchsschmieden gemacht. Diese haben Lösungen für auftretende Probleme schnell und einfach gefunden und nicht nach Authentizität gefragt. Es musste halten, funktionieren und einfach sein - und vor allem nicht zu viel kosten.

Einen solchen Schmied stelle ich dar. Einer, der sein Handwerk beherrscht aber dazu noch einfach und praktisch denkt. Ich weiß zwar viel über Härtegrade und Stahl und Eisenbeschaffenheit, aber für einen mittelalterlichen Schmyd, den ich darstelle, waren das unbekannte Fragen. Ich weiß zwar, wie man einen Damast-Stahl herstellt und bearbeitet, aber im Mittelalter hätte ich sicher keinen solchen gemacht, weil es niemand gegeben hätte, der diese Arbeit bezahlen hätte können.

Ich schmiede deshalb auf den Märkten einfache Sachen, die jeder kennt, wie zum Beispiel einen Nagel, eine Nadel, eine Wandhalterung oder auch ein einfaches Gebrauchsmesser. Dies nicht nur dreimal am
Tag, sondern von Marktbeginn bis Einbruch der Dunkelheit - halt wie ein Schmied früher gearbeitet hat. Ich schmiede mit Blasbalg und habe nur Wasser und Feuer am Stand.

Das verstehe ich unter Authentizität. Ich arbeite auf einem Markt als Handwerker für das gemeine Volk und vor allem für die Kinder. Diese können sich heute nicht einmal im Traum vorstellen, wie man Gegenstände wie Nagel, Ring, Messer einfach ohne technische Maschinen herstellt. Sie haben viele Fragen, und wenn sie dann noch einen solchen geschmiedeten Gegenstand geschenkt bekommen, ist dies für sie ein unvergessliches Erlebnis. Wenn jemand einmal Hand anlegen möchte und wissen will, wie es ist zu schmieden, so erkläre ich gerne die einfachen Handgriffe und unterstütze Besucher bei der Herstellung kleiner Gegenstände. Aber auch für die Herren habe ich interessante Sachen dabei und biete sie feil: Äxte, Schwerter in allen Ausführungen, Messer und vieles mehr. Da ich ja auch das Kriegshandwerk gelernt habe, kann ich natürlich die Handhabung der verschiedensten Waffen, die ich dabei habe, erklären – dazu auch die geschichtlichen Hintergründe und gesellschaftlichen Gegebenheiten.

All dies zusammen sollte mein Erscheinen zu einem unvergesslichen Ereignis für jeden Markt machen.